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30-04-2020

Eine gute Grassilage vom ersten Schnitt - so geht's!

Grassilage

Bei der Konservierung von Gras kommt es immer zu Verlusten. Doch mit einem guten Silagemanagement minimieren Sie den Qualitätsverlust. Bio-Milchviehspezialist Herman Bunte teilt seine umfassenden Kenntnisse über das Silierverfahren und erklärt, wie Sie die beste Grassilage aus dem ersten Schnitt erhalten.

Qualitätsverlust bei Grassilage

„Der Qualitätsunterschied zwischen einer guten und einer mittelmäßigen Silage ist groß. Bei einem mittelmäßigen Silagemanagement gehen von einer Brutto-Frischgrasmenge von 3500 kg Trockenmasse 25% an Trockenmasse verloren. Bei einem optimalen Management sind es 8%.“ Herman Bunte, Bio-Milchviehspezialist mit rund 44 Jahren Praxiserfahrung, erläutert: „Die Verluste entstehen auf dem Feld durch die Atmungsverluste und Verluste beim Mähen, Wenden, auf Schwad legen und Laden. Außerdem gibt es eventuelle Presssaftverluste, die immer vorhandenen Konservierungsverluste und die Lagerverluste. Der größte Unterschied besteht bei den Konservierungsverlusten (3 bis 15%). Hier kann der meiste Gewinn erzielt werden!“

Der beste Zeitpunkt zum Mähen

Zu trockene oder zu nasse Grassilage?

„Eine optimale Gassilage enthält zwischen 35 und 40% Trockenmasse. Ein Trockenmasseanteil von weniger als 30% führt zu einem höheren Presssaftverlust und einem höheren Übersäuerungsindex, weil eine derartige Silage einen geringeren pH-Wert hat“, erklärt Herman. „Bei einem zu geringen Trockenmasseanteil ist das Eiweiß im Silo weniger beständig. Dies ist ein Faktor, der in der Bio-Milchviehhaltung zusätzlich berücksichtigt werden muss. Eine Silage mit einem geringen Trockenmasseanteil ist anfälliger für Buttersäurebildung und Verunreinigung mit Sand.“
„Liegt der Trockenmasseanteil über 45%, ist das Gras im Fahrsilo schwieriger zu verdichten. Dies bedeutet eine höhere Wahrscheinlichkeit von Konservierungsverlusten durch den aeroben Prozess zu Beginn des Siliervorgangs. Eine Grassilage mit einem zu hohen Trockenmasseanteil ist außerdem empfindlicher für Nacherwärmung bei der Auslagerung der Silage“, weiß der Spezialist. „Auch die Feldperiode ist dann länger gewesen als nötig. Das bedeutet, dass das Gras zusätzliche Atmungsverluste hatte.“

Rohfaser

Wie steht es mit dem Rohfaseranteil? Herman schöpft sofort aus seinen Kenntnissen: „Eine gute Silage hat einen Rohfaseranteil von 22 - 24%. Eine Silage mit einem geringen Trockenmasseanteil und wenig Rohfaser ist säurebildend und hat einen niedrigeren Wiederkauindex. Doch eine Silage mit einem hohen Zellwandanteil ((vor allem wenn sie von weniger gutem Gras stammt) besitzt eine geringere Energie, die Sie deshalb in der Ration mit mehr Kraftfutter kombinieren müssen. Dies wirkt ebenfalls säurebildend. Es ist einfacher und günstiger, eine Ration mit Struktur - Heu oder Stroh - zu kompensieren, als mit zusätzlicher Energie aus Kraftfuttern“, erläutert er.

Die Tabelle unten zeigt den Unterschied in einem Betrieb, in dem der Viehhalter durch die Umstände gezwungen war, einen Teil des ersten Schnitts 11 Tage später zu mähen. Betrachten Sie die enormen Unterschiede!

  Erster Teil Zweiter Teil
Trockenmasse 331 385
Rohfasern 233 291
Roheiweiß 125 117
NDF 451 566
ADL 21 30
VCOS 77.8 70.7
NEL 6,6 5,8

Verwenden Sie ein geeignetes Siliermittel

„Beim Silieren ist die Verwendung eines guten Siliermittels sehr wichtig“, findet Herman. „Siliermittel unterstützen den Siliervorgang. Sowohl zu Beginn der Fermentation als auch beim Auslagern der Silage, indem eine Nacherwärmung vermieden wird. Bei einer Silage mit einem niedrigen Trockenmasseanteil (manchmal in Verbindung mit einem höheren Eiweißanteil) ist es schwieriger, den pH-Wert schnell auf ein ausreichend niedriges Niveau zu senken. Ein Siliermittel, das die Bildung von Milchsäure stimuliert, wirkt sich dann positiv aus und minimiert Silierverluste. Dies wird durch die Wirkung sogenannter homofermentativer Bakterien erreicht“, erklärt der Milchviehspezialist. 
„Bei einer relativ trockenen Silage (hoher Trockenmasseanteil) ist es wichtig, dass keine Nacherwärmung entsteht. Zu einer Nacherwärmung kommt es bei unzureichender Verdichtung (Sauerstoff in der Silage), viel Restzucker und Hefen. Die richtige Konzentration von Essigsäure (1 bis 2%) unterdrückt die Aktivität der Hefen. Die Zugabe von heterofermentativen Bakterien stimuliert die Essigsäureproduktion. Weil Sie vorher nicht wissen, unter welchen Umständen Sie das Gras silieren können, muss das ideale Silierprodukt sowohl für eine relativ nasse als auch für eine trockene Silage geeignet sein. Ein geeignetes Siliermittel enthält sowohl homo- als auch heterofermentative Bakterien und hat eine positive Wirkung auf sowohl nasse- als auch trockene Silagen“, so die Erfahrung von Herman.

Tipps von Herman bei der Ein- und Auslagerung von Silage

Zum Schluss hat der erfahrene Milchviehspezialist noch einige Tipps zur Ein- und Auslagerung von Silage:

  • Beim Mähen ist es wichtig, dass die Stoppellänge mindestens 7 cm beträgt. Dadurch vermeiden Sie, dass Erde in die Silage gelangt und auch das Gras wächst besser nach, wenn Sie diese Stoppellänge einhalten. 
  • Wenden Sie das Gras nicht mehr als nötig. Dann entstehen weniger Feldverluste. 
  • Sorgen Sie dafür, das Gras im Silo maximal zu verdichten. Dies erreichen Sie durch eine Verteilung des Grases in dünnen Schichten mit nicht mehr als 25 cm lockerem Material pro Schicht. Das Gewicht des Traktors auf der Silage bestimmt das Tempo der Silofüllung, nicht die Kapazität des Häckslers oder der/des Silagewagen(s). Der Traktor muss mindestens ein Viertel bis die Hälfte des pro Stunde angefahrenen Grases wiegen, um es gut andrücken zu können. Wichtig ist auch der Reifendruck des Traktors. Dieser muss mindestens 2 Bar betragen. Doppelreifen führen zu einem geringeren Einsinken im Silo.
  • Dichten Sie das Silo unmittelbar nach dem Füllen ab. Dies minimiert aerobe Verluste. Der Temperaturanstieg direkt nach dem Einlagern ist dafür ein Gradmesser. Bei einem sofort abgedeckten Silo beträgt der Temperaturanstieg ca. 20 Grad. Decken Sie das Silo erst am nächsten Morgen ab, beträgt der Temperaturanstieg bereits 12 Grad mehr! 
  • Um eine Nacherwärmung zu vermeiden, ist es wichtig, dass Sie bei der Auslagerung über einen ausreichenden Vorschub verfügen. Im Winter sollte sie dieser 1,5 Meter und im Sommer 2,5 Meter pro Woche betragen.

Haben Sie Fragen?

Wir können es uns fast nicht vorstellen, aber haben Sie noch Fragen zum Ein- und Auslagerungsmanagement? Setzen Sie sich dann mit Ihrem Reudink-Spezialisten oder lokalen Händler in Verbindung. Falls nötig, hilft Herman Bunte gern aus ;-).