Suche
koeien in de weibiologische varkenskoeien1pluimvee nieuw 3varkens1koeien in de wei 2biologische legpluimvee

29-03-2019

Eine gute Aufzucht der Ziegen-Lämmer macht den Unterschied

Lämmeraufzucht Verhoeven

Jedes Kilo über 35 kg Körpergewicht beim ersten Decken ergibt 18 kg mehr Milch bei der ersten Laktation. So lautet die Faustregel bei der Aufzucht von Ziegenlämmern. Die Ziegenhalter Carla und Gerrit Verhoeven in Biezenmortel in NordBrabant (NL) sehen aber noch viele weitere Vorteile einer besseren Entwicklung ihrer Lämmer.

Mit sieben Monaten bei 40 Kilo

„Bis zum Alter von 2,5 Monaten bekommen die Lämmer Bio-Milchpulver und Capri Pansenstart von Reudink. In der Zeit rund um das Absetzen nehmen sie etwa 250 g Capri PansenStart am Tag zu sich, was relativ viel ist“, erzählt Ziegenspezialist Jelle van de Mortel. Es fiel den Ziegenhaltern aus Biezenmortel jedoch nicht leicht, mit ihren Ziegenlämmern in die Ökonorm von maximal 40 % Bio-Kraftfutter mit sieben Monaten bei einem Deckgewicht von 40 kg zu kommen. Auf Anraten von Jelle begannen sie, ganze Maiskörner zuzufüttern. Jelle: „Sie sind stärkereich, wirken aber viel langsamer als bearbeitete Maisprodukte.“ Ziegenhalter Gerrit war sofort begeistert. „Wenn ich den Ziegen einen Eimer Mais füttere, fliegen sie darauf. Während der Aufzucht im Alter von 3,5 bis sieben Monaten bekommen sie täglich 600 g Capri Aufzuchtpellets, 200 g Maiskörner und dazu noch Grassilage. Jetzt erreiche ich das optimale Deckgewicht von 40 kg bei sieben Monaten mit Leichtigkeit! Wir sehen heute in der Praxis, wie wichtig das ist, und welche Vorteile es bringt.“

Lämmeraufzucht

Direkt mit in den Rhythmus

Die Ziegenhalter arbeiten mit einer festen Ablammzeit. „Im Februar bzw. März lammen alle Ziegen ab. Dann haben wir zusätzliche Mitarbeiter da, um die Arbeitsspitzen bewältigen zu können“, erklärt Gerrit. „Das ist effizient, hat aber dazu noch den Vorteil, dass die Ziegen im Herbst im Einklang mit dem natürlichen Rhythmus leichter wieder trächtig werden. Da die Lämmer mit sieben Monaten gut entwickelt sind, werden sie im September und Oktober gleich zusammen mit den übrigen Ziegen gedeckt. So können wir die feste Ablammzeit einhalten. Nach dem Ablammen im Februar oder März kommen sie als vollwertige Ziegen in den Melkstall und geben bei der ersten Laktation direkt gute Milch.“

Gesunde Biestmilch

Weitere Vorteile von Lämmern, die beim ersten Decken gut entwickelt sind: der höhere Anteil an Mehrlingen und auch die bessere Qualität der Biestmilch. „Seit einem halben Jahr füttern wir den kleinsten Lämmern Ziegenbiestmilch statt künstlicher Biestmilch. Mit einem Refraktometer messen wir die Qualität der Biestmilch. Uns fällt auf, dass die Qualität der Biestmilch von gut entwickelten erstjährigen Ziegen gestiegen ist. Wir geben am liebsten die Biestmilch der erstjährigen Ziegen, da so die Gefahr der Übertragung von Krankheiten am geringsten ist“, weiß Gerrit von seinem Tierarzt. „In den ersten drei Stunden nach dem Ablammen hat die Biestmilch die beste Qualität. Diese Biestmilch geben wir den kleinsten Lämmern frisch. So haben sie direkt einen guten Start.“

Lämmern

Klima im Lämmerstall

Carla und Gerrit Verhoeven haben nicht nur die Aufzuchtration angepasst, sondern auch das Klima im Lämmerstall bis ins Detail optimiert. Auf Anraten von Jan van den Brink, Klimaspezialist bei FarmConsult, haben sie die Belüftung geändert. Genau wie im Schweinesektor arbeitet der Ventilator jetzt vollautomatisch anhand einer eingestellten Kurve. Die Belüftung wird mit der Gewichtszunahme der Tiere hochgefahren. „Früher musste ich die Belüftung von Hand nachjustieren. Dabei lief ich natürlich schnell mal der Realität hinterher“, bekennt Gerrit. „Dieses System funktioniert tadellos. Es verhindert Atemwegsprobleme bei den Lämmern und schafft ein behagliches Stallklima.“

Der Naturbock

Inzwischen haben die Ziegenhalter aus Biezenmortel auch schon einige Erfahrung mit der Endmast eigener Böcke gesammelt. In Kooperation mit „Het Brabant Landschap“ nutzen sie eine große Parzelle Naturland, die gut eingezäunt ist. Wenn die Böcke drei Monate alte sind, kommen sie auf die Weide. Dort bleiben sie etwa zwei bis drei Monate und kommen dann wieder in den Betrieb zur Endmast. Wenn sie sechs Monate alt sind, werden die Böcke zum Schlachten verkauft. Der Markt für diesen sogenannten ‚Naturbock‘ steckt noch in den Kinderschuhen und ist derzeit noch nicht kostendeckend. „Wir streben aber an, alle Böcke für die Endmast im eigenen Betrieb zu behalten. Das heißt, dass sich auf der Absatzseite schon noch etwas tun muss. Wir arbeiten hart daran, es Tag für Tag noch etwas besser zu machen.“

Der Naturbock

Betriebsprofil Familie Verhoeven

Gerrit und Carla Verhoeven haben in Biezenmortel in Nordbrabant (NL) einen Betrieb mit rund 1.200 Bio-Milchziegen und 350 Bio-Lämmern. Von den 45 ha Boden werden 6,5 ha für den Anbau von Silomais genutzt. Der Rest ist Grünland. Die Produktion beträgt pro Jahr und Ziege 920 L Milch mit 3,8 % Fett und 3,5 % Eiweiß. Sämtliche Milch wird an die Organic Goatmilk Genossenschaft geliefert. Für Ernährung und Beratung wenden sich die Verhoevens an Reudink. Neben den beiden Unternehmern arbeiten zwei feste Mitarbeiter für 40 bzw. 30 Wochenstunden plus Aushilfen in Spitzenzeiten im Betrieb.